28. Juni 2021

HAPPY PRIDE! Wie Unternehmen und Marken Farbe bekennen.

Juni ist ein wichtiger Monat für die LGBTQI+ Community (so wird die Gruppe bezeichnet zu der homosexuelle, bisexuelle, transsexuelle, queere, intersexuelle Menschen gehören). Seit den Stonewall-Riots am 28. Juni 1969 in New York, wird jedes Jahr im Juni der sogenannte PRIDE gefeiert. PRIDE steht hierbei für den selbstbewussten bzw. selbstachtenden und damit stolzen Umgang mit der eigenen sexuellen Identität.

An diese damalige Zeit zu erinnern ist deshalb so wichtig, weil sich bei diesen Aufständen Homo- sowie Transsexuelle erstmals gegen polizeiliche Diskriminierung wehrten und damit den Wendepunkt für Gleichbehandlung und Anerkennung queerer Menschen einleiteten. Die LGBTQI+ Community rückte ins Licht der Öffentlichkeit und der bis heute andauernde Kampf um Gleichberechtigung, Toleranz und Akzeptanz begann.

Aus dem damals wichtigen Katalysator für die Schwulenbewegung hat sich über die letzten Jahre dann das PRIDE Month entwickelt. Eine Zeit des Nachdenkens, der Bildung bzw. Aufklärung und des Feierns auf der ganzen Welt. In den letzten beiden Jahren trägt PRIDE leider einen bitteren Beigeschmack, wenn wir die weltweiten Herausforderungen betrachten – die globale Pandemie, rassistische und soziale Ungerechtigkeiten und die wachsende politische Feindseligkeit gegenüber der LGBTQI+ Community. Jüngstes Beispiel dafür wären Ungarn und das Verbot der UEFA, die Allianz Arena in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Genau aus diesem Grund wird die Kraft der Gemeinschaften und Verbündeten mehr denn je benötigt um die Sichtbarkeit zu erhöhen, Stimmen zu verstärken und Interessensvertretungen in die Tat umzusetzen. PRIDE ist die Zeit um Fortschritte die im Bezug auf Gleichstellung und Toleranz gemacht wurden anzuerkennen und uns zu verpflichten, nicht stehen zu bleiben und Schritt für Schritt diesen Pfad weiter zu beschreiten. PRIDE ist aber auch die Zeit um Vielfalt, Diversität, Toleranz und Inklusion zu feiern. Stolz darauf zu sein wer man ist, zu lieben ohne verurteilt zu werden und dies mit der Welt teilen zu dürfen ohne angefeindet zu werden.

Auch Unternehmen und Marken feiern diesen Monat mit gehissten Regenbogenflaggen, indem sie ihre Logos in Regenbogenfarben färben oder Zuspruch über ihre verschiedenen Social Media Kanäle zeigen. Viele Marken kreieren inzwischen spezielle Pride-Kollektionen um der LGBTQI+ Community ihren Tribut zu zollen und setzen sich mit deren Erlös für die Rechte der Comunity ein.

Calvin Kleins neueste Kampagne, z. B., ist eine Hommage an die wichtigsten Momente der Queer- und Transbewegung. Als Forsetzung ihrer #proudinmycalvins Kampagnen, lassen sie dieses Mal queere Künstler aus verschiedenen Teilen der Welt zu Wort kommen um ihre Geschichten zu erzählen.

Levi’s bringt dieses Jahr die „All Pronouns All Love“ Kollektion heraus, mit der nicht nur Diversität zelebriert, sondern auch betont wird wie wichtig die korrekte und respektvolle Verwendung der verschiedenen Pronomen ist.

„Beyond the Rainbow“ heißt die diesjährige Kampagne von H&M und zielt darauf ab, Menschen zu inspirieren, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und zu teilen um die Grundwerte von Vielfalt, Gleichheit und Toleranz zu unterstützen.

Auch die Schweizer Kultuhrenmarke Swatch unterstützt seit Jahren Vielfalt in allen Farben und Formen und bringt eine Reihe neuer Modelle mit Regenbogenflagge auf den Markt.

Louis Vuitton möchte eine Aufbruchstimmung in eine positive Zukunft vermitteln und lies Mitarbeiter und deren Kinder aus Mailand, Rom, Paris, Madrid und Frankfurt ihre ganz eigene Interpretation des Regenbogens einreichen. Die schönsten Motive zieren jetzt die Schaufenster ausgewählter Stores und machen somit das Stadtbild ein wenig bunter und gleichzeitig auch diverser.

Apple ist mit der Unterstützung der LGBTQI+ Community immer an vorderster Front mit dabei und baut die Regenbogenfarben immer wieder gerne in ihre Produkte mit ein. Neuestes Beispiel ist eine Reihe neuer Sportarmbänder und Ziffernblätter für die Apple Watch.

Diesel bringt dieses Jahr zum zweiten Mal eine PRIDE Capsule Collection auf den Markt. Eine umfangreiche Kollektion an Fashion und Accessoires die PRIDE groß schreibt, dieses Jahr aber auch auf Social Distancing setzt. Deshalb mussten sich die Testimonials der Kampagne dafür selbst zu Hause fotografieren. Zusätzlich produzierte Diesel den Kurzfilm „Francesca“ der die Geschichte einer jungen Frau erzählt die bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen bekam.

Auch der Spielzeughersteller Lego hat in diesem Jahr das PRIDE Set auf den Markt gebracht. Ein Set der beliebten Bausteine in Regenbogenfarben, erstmals mit geschlechtsneutralen Figuren. Und dies sind nur einige Beispiele von erfolgreichen und gleichzeitig modischen und modernen PRIDE-Kampagnen die Diversität in all ihren Formen feiert.

Auch in Südtirol kommt der Gedanke von Vielfalt, Toleranz und Respekt so langsam an, könnte aber gerne noch an Fahrt aufnehmen. Mehr Unternehmen sollten über ihren Einfluss nachdenken und sich überlegen ob man die Plattformen die geboten werden, nicht auch für eine sozial positive Botschaft nutzen könnte.

Südtirol ist ein Land voller Diversität und es wäre wünschenswert, dass auch in Zukunft Menschen aus der LGBTQI+ Community gesehen und toleriert werden. Denn wie schön ist ein Land das in all seinen Farben erstrahlen darf?

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