Welche Grundlagen braucht Recruiting in Südtirol und wie kann man Mitarbeiter für sich begeistern? - Marketing, Kommunikation & Werbung in Südtirol Cactus-Blog
14. Juli 2022

Welche Grundlagen braucht Recruiting in Südtirol und wie kann man Mitarbeiter für sich begeistern?

Die Suche eines neuen Mitarbeiters spielt sich schon lange nicht mehr in der Schaltung einer Stellenanzeige ab. Nicht mehr das Unternehmen sucht den Mitarbeiter aus, sondern der Mitarbeiter das Unternehmen. Dieser Wandel hat sich schon vor Jahren angekündigt und spätestens durch die Pandemie allen Arbeitgebern und Recruiter klar gemacht.

Genannt werden Gründe wie:

  • Der demographische Wandel

Hauptursache für den Fachkräftemangel ist der demographische Wandel in Südtirol. Derzeit liegt laut Astat die Zahl der erwerbstätigen Südtiroler bei 351.491 (66%) bei einer Bevölkerung von 535.354. Im Jahr 2035 wird die Bevölkerung voraussichtlich auf 559.443 Personen steigen wobei die Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Bestand von 341.317 (61%) sinken werden.

  • Globaler Wettbewerb

In gefragten Branchen können sich ausgebildete und studierte Mitarbeiter:innen ihren Job in der Regel aussuchen. Das gut positionierte, mittelständische Unternehmen aus Südtirol steht durch die starke Globalisierung mit internationalen Wettbewerbern in Konkurrenz. Südtiroler:innen kehren oft nach dem Studium nicht mehr in ihre Heimat zurück. Schon in meiner kleinen Familie sind 2 von 3 Geschwistern top qualifizierte Fachkräfte die in Österreich bzw. Deutschland leben und arbeiten.

  • Digitalisierung und neue Technologien

Durch die ständige Weiterentwicklung der Digitalisierung entstehen neue Berufsbilder, die ein ausgeprägtes Fachwissen voraussetzen, das viele Beschäftigte nich vorweisen können. Hochspezialisiertes Fachwissen wird benötigt.

Sigrid Strobl, Inhaberin der Personal Consulting in Bozen meint: „Die gute alte Zeit kommt nicht zurück!“ Um für die Arbeitnehmer interessant zu sein, muss umgedacht werden. Was kann ein Unternehmen selbst umsetzen um langfristig Mitarbeiter zu bekommen und zu halten?

Persönliche Empfehlungen der Mitarbeiter fördern

Gibt man im Suchfeld von LinkedIn „Abschied“ ein so findet man viele Postings von Mitarbeitern die Arbeit wechseln und sich beim früheren Arbeitgeber und den Ex-Kollegen für die tollen Erfahrungen bedanken. Auch Praktikanten können positive Spuren auf den sozialen Netzwerken hinterlassen.
Solche internen Empfehlungen spielen eine ganz wichtige Rolle bei der Personalgewinnung. Die Arbeitgeber müssen die Kultur des Unternehmens vorleben, diese weitergeben und können auch dazu animieren beim Recruiting aktiv mitzuhelfen. Zwei unserer Kunden zahlen zum Beispiel eine Prämie aus, wenn Mitarbeiter einen zum Unternehmen passenden Bekannten bringen, der nach der Probezeit die Arbeit weiter ausübt.

Bewertungen im Auge behalten

Was im deutschsprachigen Raum schon lange Einzug gehalten hat und bei uns nur eine Frage der Zeit ist, sind Bewertungsportale von Arbeitgebern. Das wichtigste hier zu nennen ist kununu.com. Südtiroler Unternehmen die international arbeiten oder auch Zweigstellen im Ausland haben werden bereits angeführt. Für zukünftige Arbeitnehmer kann die Bewertung ein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium sein.

Sich als Arbeitgeber erlebbar machen

Jedes Unternehmen arbeitet nach verankerten Werten und einer Philosophie. Bestenfalls sind diese niedergeschrieben und werden den Mitarbeitern vorgelebt. Dies genügt heute nicht mehr. Wir müssen diese Werte in Geschichten verpacken und erzählen. Wenn dies ehrlich und authentisch gemacht wird, können sich zukünftige Arbeitnehmer mit dem Auftritt identifizieren, aber auch bestehende Mitarbeiter werden stärker ans Unternehmen gebunden. Je nach Unternehmensgröße kann dies an eine spezialisierte Agentur ausgegeben werden, oder ist Teil der Schnittstelle zwischen HR- und Marketingabteilung.

Potenzielle Arbeitnehmer treffen und kennenlernen

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wo Sie Ihre potenziellen Bewerber antreffen könnten? Welche Schule besuchen sie? Was für Interessen haben sie? Gibt es Know How, das Ihr Unternehmen weitergeben kann? Welche Themen bewegen die jungen Kandidaten?
Je besser Sie die potentiellen Arbeitnehmer kennenlernen, desto besser können Sie sie verstehen und auf sie eingehen. Nehmen Sie doch an Veranstaltungen teil! Sammeln Sie doch Eindrücke und Kontakte! Für den Personalverantwortlichen und die Marketer sind das sehr bereichernde Informationen.

Authentizität anstatt Überredungskünste

Natürlich wird ein hohes Gehalt sehr gerne angenommen. Wenn dies aber als Art Schmerzensgeld empfunden wird, wird die geleistete Arbeit nicht das Ergebnis eines hochmotivierten Mitarbeiters sein. Die Bewerbungsgespräche zeigen sehr deutlich, dass mittlerweile mehr auf die Sinnhaftigkeit, als auf Prestige bei der Auswahl des Arbeitgebers geachtet wird. Die Liste der Benefits muss gut durchdacht und untermauert sein und nicht nur schön gestaltete Icons.

Für Begeisterung beim Nachwuchs sorgen

„Gelernt ist noch keiner vom Himmel gefallen,“ meinte meine Mutter früher immer zu mir. Doch habe ich des öfteren den Eindruck, dass dies heute von den Mitarbeitern gefordert wird. Doch haben wir nicht auch Verantwortung gegenüber der Jugend? 
Wir müssen mehr Zeit für die Ausbildung in die Mitarbeiter investieren. Auch umgeschultes Personal kann sich sehr stark mit dem Unternehmen bekennen, weil es die Möglichkeit bekommen hat einen neuen Beruf zu erlernen der ihm/ihr besser liegt. Wir sollten wieder mehr in Menschen investieren! Dann steigt die Qualität der Arbeitskräfte und auch wenn jemand mal Arbeitgeber wechselt, so wird auch ein Arbeitnehmer zum eigenen Unternehmen finden, der von einem anderen Unternehmen ausgebildet wurde.

On- und Offlinemedien kreativ einsetzen

Aktuelle Stellenangebote können natürlich mit den klassischen Medien beworben werden. Sie sollten aber mit einer guten Idee und Schwung konzipiert sein. Printwerbung sollte mit der Stellenanzeige online verbunden sein und die Bewerbung sollte mit wenigen Klicks durchführbar sein.
Mit gesammelten Kontakten sollte ein konstanter aber nicht zu penetranter Austausch stattfinden. Auch Südtiroler Jobportale bieten eine gute Möglichkeit um besser gesehen zu werden - gleichzeitig steht man da zu allen anderen suchenden Mitbewerbern in Konkurrenz.
Zügiges Antworten auf Bewerbungen und ein transparenter Prozess verstehen sich von selbst.

Wir als Werbeagentur sind an der Durchführung einiger Schritte beteiligt:

  • Einen guten Mix zwischen Bedürfnissen der HR-Abteilung und den Vorgaben der Marketingabteilung zu finden.
  • Die Internetseite mit einer ansprechenden Karriere-Seite erweitern.
  • Die richtigen Medien auswählen. 
  • Die richtige Ansprache auf den sozialen Kanälen erörtern. 
  • Authentische Werbeschaltungen konzipieren.
  • Präsentationsstände für Veranstaltungen gestalten und passende Gadgets finden.

Erfolgreiches Recruiting bedeutet also:

  • Das eigene Unternehmen nach Außen und Innen persönlich und authentisch zu präsentieren
  • Potentielle Kandidaten ausfindig zu machen, aufmerksam kennen zu lernen und den Reiz am Job zu erkennen.

So können beide Seiten entscheiden, ob es mit den jeweiligen „Bedürfnissen“ zusammenpasst und mit Begeisterung in die gemeinsame Zukunft starten.

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